Schröpfen

Was ist Schröpfen?

Das Schröpfen ist eine der ältesten medizinischen Anwendungen. Schon in frühesten Abbildungen von Medizingeräten finden sich Schröpfköpfe. Zuerst verwendete man Tierhörner, später Schröpfköpfe aus Metall, Glas und Kunststoffen. Schon Hippokrates empfahl das Schröpfen bei einer Vielzahl von Erkrankungen. Im laufe der Jahrhunderte wurden Schröpftherapien häufig angewandt. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts änderte sich dies. Ärzten war die Therapie zunehmend unsauber, weil zu dieser Zeit häufig das blutige Schröpfen angewandt wurde. So geriet das Schröpfen in Vergessenheit und wurde erst in den letzten 50 Jahren von Naturheilkundigen wiederentdeckt. Heute haben sich die Materialien der Schröpfköpfe deutlich verbessert, bis hin zu automatischen Schröpf-und Pulsationsgeräten. Es wird heute erfolgreich eingesetzt in der Schmerztherapie, bei Verspannungen in der Kosmetik und Sporttherapie.

Eigenschaften und Wirkung

Das Schröpfen ist eine Therapie, die mit Hilfe von Schröpfgläsern auf der äußeren Haut angewendet wird. Dies kann an jeder Stelle des Körpers sein. Durch einen erzeugten Unterdruck wird ein Reiz auf das darunter liegende Gewebe ausgeübt. Verschiedene Regelkreisläufe des Körpers werden damit erregt. So zum Beispiel Reflexzonen, Reflexbahnen, Nervenbahnen, Akupunkturpunkte und deren Regelkreisläufe. Oft werden aber auch die Triggerpunkte (Schmerzpunkte), Gelosen (druckempfindliche Verhärtungen) und Muskelverspannungen therapiert.

Die behandelte Hautstelle wird zum einen direkt angeregt, wodurch es zur Aktivierung der Blutzirkulation, der Lymphzirkulation und des gesamten Zwischenzellgewebes kommt. Darüberhinaus werden aber auch die an dieser Stelle befindlichen Reflex-und Regelkreisläufe aktiviert.

Dadurch ergibt sich ein sehr breites Wirkspektrum der Schröpftherapie. Sie wirkt lokal und entfernt, außen und innen, bei Übererregtheit und bei Starre.

Anwendungsformen

Trockenes Schröpfen/ Schröpfmassage

Beim trockenen Schröpfen werden ein-oder mehrere Schröpfgläser auf einer bestimmten Hautstelle, mit Unterdruck befestigt. Die Schröpfköpfe bleiben dann für eine Zeit von 5-20 Minuten an der gleichen Stelle stehen. Es entsteht meist ein rot unterlaufener Ring, der für mehrere Tage bestehen bleibt.

Bei einer Schröpfmassage wird vor dem aufbringen der Schröpfgläser die Haut mit einem anregenden oder beruhigenden Öl eingerieben. Die Schröpfgläser werden dann mit Unterdruck aufgesetzt und entlang der Muskulatur bewegt. Dadurch werden größere Hautbezirke angeregt. Je nach Stärke des Unterdruckes wird das darunter liegende Gewebe durchblutet.

Blutiges Schröpfen

Bei dem blutigen Schröpfen steht eine Entlastung und Entstauung des darunter liegenden Gewebes im Vordergrund. Dabei wird die Haut zuerst mit einem Messer oder einer Nadel angeritzt und danach der Schröpfkopf aufgesetzt. Dabei kommt es zur Entleerung des gestauten Gewebes. Diese Schröpfmethode wird allerdings in der Praxis nur sehr selten angewendet.

Pneumatische Pulsationsmassage-Therapie

Die pneumatische Pulsationstherapie ist eine sanfte aber tiefenwirksame Pulsation die das Gewebe in Schwingung versetzt. Dies geschieht mit einem Gerät, welches pro Minute 200 Pulsationen durchführt. Mit dem Pneumatron 200 gibt es unbegrenzte Möglichkeiten, die verschiedensten Schmerzzustände zu therapieren. Den angewandten Unterdruck kann man frei wählen, von 0.1 bis 0,8 bar. Mit einer Vielzahl verschiedener Schröpfglocken, aus Glas, Kunststoff oder Silikon, kann man jede Stelle des Körpers therapieren.

Bei welchen Erkrankungen wird Schröpfen eingesetzt?

  • akute Schmerzen am Bewegungsapparat
  • chronische Schmerzen am Bewegungsapparat
  • Verspannungen in Gewebe und Muskulatur
  • Tennisellenbogen
  • Fersensporn
  • Tinnitus/Schwindel
  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Fibromyalgie
  • Depression
  • chronische Müdigkeit
  • Narbenbehandlung
  • Bronchitis/Asthma
  • Obstipation
  • Arthrose
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Herzschwäche/Rhythmusstörungen
  • Trigeminusneuralgie
  • Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Cellulite
  • Behandlung von Reflexzonen
  • und vielen anderen